Verstehenszugänge zu EX-IN Genesungsbegleitung für die Supervision

Andrea Zingsheim

EX-IN Genesungsbegleitung ist eine der jüngsten Berufsgruppen in der psychosozialen Versorgung. Genesungsbegleitende arbeiten nach einer entsprechenden Weiterbildung (EX-IN Qualifizierung) als Peers auf Grundlage ihres Erfahrungswissens in multiprofessionellen Teams. Die Arbeit untersucht, welche sozialtheoretischen Verstehenszugänge EX-IN Genesungsbegleitung für Supervisor*innen sowie Genesungsbegleitende relevant sind und welche Implikationen sich daraus für die Gestaltung von Supervisions- und Fortbildungsformaten ergeben. Ausgehend vom Recovery und Empowerment Sichtweisen sowie Konzepten professioneller Reflexivität und Beratung wird EX-IN Genesungsbegleitung als spezifische Form erfahrungsbasierter Peer Support Arbeit in der psychosozialen Versorgung gerahmt. Ein einleitendes Kapitel zur EX-IN Genesungsbegleitung stellt einen systematischen Verstehenszugang und eine Übersicht zu diesem Feld bereit.

Eine qualitative Studie auf Grundlage leitfadengestützter Interviews mit Genesungsbegleitenden und Supervisorinnen rekonstruiert das Erleben von Supervision mit Genesungsbegleitenden aus unterschiedlichen Perspektiven.
Es wird herausgearbeitet, dass Supervision dann als wirksam erlebt wird, wenn die spezifische Subjektposition der Genesungsbegleitenden zwischen Erfahrungswissen und Organisationslogik explizit thematisiert und reflexiv bearbeitet wird. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass spezifische Supervisions- und Fortbildungsangebote zur Klärung von Rollen, Machtverhältnissen und konzeptioneller Einbindung beitragen und so die nachhaltige Implementierung von Genesungsbegleitung in Organisationen unterstützen können. Die Studie leitet abschließend Empfehlungen für die konzeptionelle Weiterentwicklung von Supervision und Fortbildung im Feld der EX-IN Genesungsbegleitung ab.

DOI: 10.1486/FuT_PV-511